Auf die Feinheiten kommt es an

Egal ob nun die kreative Ader ausgelebt werden soll oder um Geld zu sparen, die Angebote Drucksachen selbst zu gestalten werden immer mehr in Anspruch genommen und schießen wie Pilze aus dem Boden.

Als Laie gestaltet man das gewünschte Produkt nun so gut man es eben kann und nach dem eigenen Gefallen. Wie bei allem gibt es aber auch in der Typographie Regeln, die nicht gebrochen werden sollten. Das hängt vor allem damit zusammen, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet. Wähle ich ein Format, dass allen gewohnten Regeln entgegensteht, kann es schnell passieren, dass die Information nicht von meinem Gegenüber aufgenommen wird. Es wird verwirrend, schwer lesbar und im Ganzen „ungeschmeidig“.

Hier einmal die 12 wichtigsten Regeln im Umgang mit Schrift in Drucklayouts.

Die Ziffern

Hier werden 2 Arten von Ziffern unterschieden:

a) Normalziffern

Normalziffern

Normalziffern

Normalziffern haben die Höhe von Großbuchstaben und werden außerhalb von Fließtext verwendet.

b) Mediäval Ziffern

Mediäval Ziffern

Mediäval Ziffern

Mediäval Ziffern erkennt man an der Ober- und Unterlänge (wie bei Kleinbuchstaben) und werden im Fließtext für den bessern Lesefluss verwendet.

Schreibweise der Ziffern

Hier gibt es eine Reihe von Regeln, wie Ziffern je nach Information richtig gegliedert werden.

Telefonnummern und Fax

Die Nummer werden von rechts in Zweiergruppen gegliedert. Die Vorwahl entweder durch Schrägstrich getrennt oder in Klammern gesetzt.

Telefonnummern

Kontonummer

Bankkonten werden von rechts ausgehend dreistellig gruppiert.

Kontonummer

Bankleitzahlen

Die Bankleitzahlen werden von links ausgehend dreistellig abgetrennt.

Bankleitzahlen

Postfachnummern

Postfachnummern werden von rechts in Zweiergruppen gegliedert.

Postfach

Soweit zu den Standartregeln für Zahlen. Da es gibt mittlerweile aber eine Vielzahl anderer Möglichkeiten gibt,  ist hier noch ein Link zu der Seite von Typolexikon mit einer umfangreichen Liste an Gliederungsvorschriften für Zahlen.

https://www.typolexikon.de/zahlengliederung

 

2. Anführungszeichen

Die Tastatur tut alles, um uns vom richtigen Gebrauch der Anführungszeichen abzuhalten.

Fast hat man sich schon daran gewöhnt, dass Anführungszeichen in dieser „Weise“ verwendet werden.

Eine kleine Eselsbrücke für die richtige Verwendung:

Immer mit ”99 beginnen und mit 66„enden.

Anführungszeichen

Eine schicke Alternative dazu sind die Guillemets.

Guillemets

So bitte nicht….

3. Striche

Unterschieden wird hier zwischen Gedanken – und Trennstrichen, die sich in der Länge unterscheiden.

Der kürzere Bindestrich auch Divis genannt wird als Trennstrich, zur Trennung des Datums, als Ergänzungsstrich oder Koppelungsstrich eingesetzt.

Gedankenstriche dagegen werden in Wortgruppen, Listen, als Minuszeichen, Bis-Zeichen und natürlich auch als Gedankenstrich verwendet.

Um es dem Laien nun etwas einfacher zu machen, befasse ich mich hier nur mit den Leerstellen und verwende den auf er Tastatur befindlichen Bindestrich.

 

Der normale Trennstrich

Datum

Ergänzungsstrich

Kopplungsstrich

Zusammensetzung Buchstaben und Ziffern

Beispiele für die Verwendung von Gedankenstrichen und Leerstellen

 

 

 

 

4. Trennung – Was ist zu beachten

Bitte immer sehr sparsam einsetzen, am Besten vermeiden. Oft hilft auch schon eine kleine Änderung am Text.

Absolut vermeiden muss man…

Überschriften nicht trennen

Keine Abkürzungen trennen

Nicht über Seiten hinweg trennen, z. B. bei einem Flyer

Zwei gleiche Silben sollten nicht untereinanderstehen

Keine Trennung zwischen Zahl und dazugehörigem Wort

5. Der Zeilenabstand

Kurz und knapp für den Laien – der Zeilenabstand sollte nach eigenem Empfinden grob eingestellt werden. Unser Auge erkennt auf einen Blick ob ein Text schwer oder einfach zu lesen ist.

Beispielsweise sind lange Zeilen schwerer zu lesen, wenn der ZAB dazu noch sehr klein ist. Denn entscheidend ist beim Abstand zwischen den einzelnen Zeilen, dass es dem Leser möglichst einfach gemacht wird den nächsten Zeilenanfang zu finden.

So ergibt sich das bei kurzen Zeilen der sogenannte Rückschwung – der den Weg vom Ende der einen Zeile zum Beginn der nächsten Zeile beschreibt – sehr kurz ist und deshalb ein zu großer Zeilenabstand das Lesen erschwert. Im Gegenzug ist bei langen Zeilen ein größerer Zeilenabstand besser, da es dem Auge erleichtert wird den Anfang der nächsten Zeile zu finden

6. Die Zeilenlänge

Neben dem soeben besprochenen Faktor Zeilenabstand, hängt der Lesekomfort ebenfalls sehr stark von der Länge der Zeilen eines Textes ab. Bekommt man diese beide Faktoren entsprechend in den Griff, hat man in der Regel einen großen Schritt in Richtung (möglichst) optimaler Lesbarkeit erreicht.

Generell gilt, dass zu lange Zeilenlänge den Leser ermüden. Werden nicht nur die Augen, sondern ebenfalls der Kopf beim Lesen bewegt, kann man davon ausgehen, dass die Zeilenlänge zu lang ist

7. Schriftsatzarten

Die Satzarten werden grob in Blocksatz und Flattersatz unterschieden.

Flattersatz

Die Zeilenanfänge aller Zeilen (meistens linksbündig) stehen in senkrechter Ausrichtung untereinander. Dabei laufen die einzelnen Zeilenenden frei aus.

Der Flattersatz wird zumeist bei kleineren Texten auf Flyern und Broschüren verwendet.

Optimal angewandt, sollten die Zeilen eine Rhythmik von kurz, lang, kurz, lang haben. Wenn Trennungen oder Zeilenenden optisch nicht ins Bild passen kann man gerne mit Vergrößerung oder Verkleinerung von Buchstaben- oder Wortabständen justieren.

Blocksatz

Der Blocksatz zeichnet sich dadurch aus, dass der Text so gesetzt wird, dass die einzelnen Zeilen durch die Anpassung der Wortzwischenräume links und rechts auf die gleiche Breite gebracht werden bzw. bündig sind.

Der Blocksatz wird hauptsächlich in der Buch- und Zeitungstypografie eingesetzt.

Soll der Blocksatz hochwertig werden, muss immer händisch durch die Korrektur der Zeichen-Zwischenräume nachgearbeitet werden.

Eine dritte Satzform, die ich noch erwähnen möchte, ist der Formsatz.

Beim Formsatz, auch Kontursatz genannt handelt sich um einen Schriftsatz dessen Gesamtbild eine Form oder Figur ergibt. Anders ausgedrückt wird der Text so gesetzt, dass er sich direkt an den Umrissen eines Objektes z.B. eines Kreises, etc. orientiert.

Da er aber als Fließtext nicht geeignet ist, sollte er nur als grafisches Detail verwendet werden.

 

Der zweite Teil wird sich mit Schriften beschäftigen. Unter anderem mit

  • Wahl der passenden Schriftart
  • Schriften mischen
  • Schriftgrößen

 

 

 

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